Zu hassen, ist eine Entscheidung – nicht mehr zu hassen, ist auch eine Entscheidung!

Freundschaft-1

Kaum ein Wort lesen und hören wir in den letzten Wochen häufiger: HASS

 

Für Flüchtlinge, gegen Fremdenhass: DFB-Elf zeigt Rassisten die Rote Karte

Mit einer Videobotschaft greift die deutsche Fußball-Nationalelf in die Flüchtlings-Debatte ein. Kapitän Bastian Schweinsteiger und seine Kollegen werben in dem Spot für Toleranz, Weltoffenheit, Respekt, Hilfsbereitschaft und Fairplay. Und gegen Gewalt und Fremdenhass.

http://www.n-tv.de/sport/fussball/DFB-Elf-zeigt-Rassisten-die-Rote-Karte-article15847156.html

Aktion im Internet : „Stimmen des Nordens“: Prominente gegen Fremdenhass

In Videobotschaften überbringen Prominente aus dem Norden Statements gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

http://www.shz.de/hamburg/stimmen-des-nordens-prominente-gegen-fremdenhass-id10601676.html

Woher kommt er eigentlich, der Hass?

Welche Hirnbereiche aktiv sind, wenn Menschen leidenschaftlich hassen, entdeckten Semir Zeki und seine Kollegen vom University College London mithilfe der funktionellen Magnetsresonanztomografie (fMRT). Sie machten fMRT-Aufnahmen von 17 Probanden, während diese mitgebrachte Fotos von verhassten Personen ansahen. Der Hass aktivierte zwei Hirnzentren, die auch bei Liebesgefühlen aktiv sind, nämlich das rechte Putamen und die Insula. Ersteres ist bei der Vorbereitung von Bewegungsabläufen wichtig, wie etwa zum Beschützen im Fall der Liebe oder zum Angriff im Fall von Hass. Die Insula ist an der Verarbeitung von Stressstimuli beteiligt, die sowohl beim Hass als auch bei Liebe auftreten können. Der beim Hass aktive frontale Cortex, der Sitz der Urteilsfähigkeit, ist bei der Liebe dagegen ausgeschaltet, berichten die Forscher im Fachjournal »PLoS one« (3, e3556). Auch die Amygdala, die bei Wut, Angst und Aggression eine Rolle spielt, bleibt beim Hass inaktiv.

 

Okay – aber wieso hassen Menschen?

 Hass zählen Philosophen wie Psychologen aber zu den stärksten, leidenschaftlichsten Empfindungen des Menschen – genau wie sein Gegenüber, die Liebe. Hass kennt auch keine Abstufungen, Differenzierungen, Relativierungen: kein Mensch kann mittelmäßig oder ein wenig hassen. Hass bezieht sich immer auf Menschen, menschliche Kollektive, menschliches Denken und Handeln, niemals auf Gegenstände – während man durchaus mit Wut reagiert, wenn Technik nicht wie gewünscht funktioniert.

Hass geht häufig mit der Empfindung von Ohnmacht oder Hilflosigkeit einher. Zu seinen Charakteristika zählt der Wunsch, dem anderen zu schaden oder ihn unschädlich zu machen. Dabei geht es nicht um die (Wieder)Herstellung von Gerechtigkeit im Sinne von Vergeltung, sondern um die Beseitigung des Gehassten.

Kein Mensch hasst ohne Grund, punktuell oder spontan. Auch hierin unterscheiden sich Hass und Wut. Hass entsteht aus persönlichen oder gesellschaftlich vermittelten Erfahrungen oder Wahrnehmungen wie Verletzung, Verachtung, Demütigung oder Zurückweisung, Minderwertigkeit oder Unterlegenheit. Menschen hassen in Folge eines Angriffs auf ihr persönliches Wohl oder aus Angst vor einem solchen Angriff.

Aha, wir lernen also zu hassen: durch das schlechte Beispiel von Menschen, die wichtig für uns sind; als Abwehrmechanismus auf Zurückweisung, Vernachlässigung, auf Gewalt oder Alleingelassen-werden; um Hilflosigkeit oder Verzweiflung zu entkommen oder …

Niemand hat das besser ausgedrückt als Nelson Mandela:

„Niemand kommt auf die Welt und hasst andere wegen ihrer Hautfarbe, ihres Hintergrunds oder ihrer Religion.

Hass wird gelernt: Der Mensch muss erst lernen, zu hassen.

Und wer lernen kann, zu hassen, den kann man auch lehren zu lieben, denn die Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als der Hass.“

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Menschen, von denen der Hass Besitz ergriffen hat, wiederum mit Wut zu begegnen, führt nur dazu, dass das Gegenüber abblockt. Damit ist nichts gewonnen.

Wann immer sich die Chance bietet – oft wird das nicht sein, aber jeder Einzelne zählt! – sollten wir versuchen, verschlossene Herzen zu öffnen, Ängste zu nehmen und die verschüttete Empathie, derer jeder Mensch fähig ist, wieder zum Vorschein zu bringen; denn: ein Mensch der Hass gelernt hat, kann sich entscheiden, nicht mehr zu hassen!

Das Lesen dieses Artikels kann zur Entscheidungsfindung beitragen:

http://www.hintergrund.de/201508223637/feuilleton/zeitfragen1/vorboten-einer-neuzeitlichen-voelkerwanderung.html

Denn: das Kentern des Bootes „Erde“ können wir nur gemeinsam verhindern!

Team-1

 

So, das musste mal raus!

Herzlichst, Ihre

Gerhild Klinkow