Vor dem Reden steht das Zuhören

Sir Richard Branson, britischer Unternehmer (Virgin Group) und Ballonfahrer stellte kürzlich auf seiner Homepage seine Top 10-Zitate zum Thema Kommunikation vor (http://www.virgin.com/richard-branson/my-top-10-quotes-on-communication); darunter Bernard Baruch (https://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Baruch):

“Most of the successful people I’ve known are the ones who do more listening than talking.” (Die Mehrzahl der erfolgreichen Menschen, die ich kenne, gehören zu denen, die mehr zuhören als reden.)

oder:

Dumbo

Die Natur hat uns nur einen Mund, aber zwei Ohren gegeben, was darauf hindeutet, daß wir weniger sprechen und mehr zuhören sollten.

(Zenon der Ältere, griechischer Philosoph, (um 490 – 430 v. Chr.)

Das Problem ist: Zuhören ist gar nicht so einfach!

Irrtümer über das Zuhören:

  • Zuhören sei vor allem eine Sache der Intelligenz
    Mit Hilfe wissenschaftlicher Untersuchungen konnte diese These nicht bestätigt werden. Allerdings wurde festgestellt, dass sehr aktive und einsatzfreudige Menschen auf Grund ihrer intensiven Zielstrebigkeit häufig die schlechteren Zuhörer sind.
  • Zuhören sei eng mit dem Hörvermögen verbunden
    Nur bei erheblichem Verlust des Hörvermögens wird die Fähigkeit des Zuhörens stark beeinträchtigt. Hiervon betroffen sind in der Regel jedoch nur Menschen mit alters- oder krankheitsbedingten physischen und/oder psychischen Defekten im Hörapparat.
  • Tägliches Zuhören ersetze das Üben
    Obwohl das Zuhören für beinahe jeden Menschen normal ist, wird die durchschnittliche Zuhörleistung nur mit etwa 25 Prozent beziffert. Diese kann auch durch vermehrtes Zuhören nicht signifikant verbessert werden, wenn nicht gleichzeitig die dahinter stehenden Kommunikationsgewohnheiten grundsätzlich geändert werden.
  • Lesen zu lernen sei wichtiger als Zuhören zu lernen
    Der Mensch nimmt auditiv etwa drei mal so viel Informationen auf wie per Schrift. Da der menschliche Hörapparat an sich im Gegensatz zum Auge zudem in der Lage ist, ohne Ermüdung ununterbrochen Signale aufzunehmen und weiterzuleiten, vertieft die pädagogische Betonung des geschriebenen Wortes den falschen Kanal.
  • Gutes Zuhören sei eine Sache des Willens
    Willenskraft ist für Empathie und Verständnis nicht elementar erforderlich. Die willentliche und bewusste Auseinandersetzung mit dem Gegenüber weist vielmehr einen starken Zusammenhang mit Freundlichkeit und innerer Zuwendung auf.
  • Zuhören sei passiv und erfordere weder Geschick noch Anstrengung
    Das Gelingen einer guten Kommunikation hängt nach Prof. Lyman K. Steil zu 51 Prozent vom Zuhörer ab. Wird unter Zuhören nicht nur die rein akustische Aufnahme der Botschaft verstanden, sondern auch das inhaltliche Erfassen, wird deutlich, dass das Zuhören ein ebenso aktiver Prozess ist wie der des Sprechens.

 

Ohren    Leitlinien für aktives Zuhören (nach Rogers)

 

  • Sich auf das Gegenüber einlassen, konzentrieren und dies durch die eigene Körperhaltung ausdrücken
  • Mit der eigenen Meinung zurückhaltend umgehen
  • Nachfragen bei Unklarheiten
  • Zuhören heißt nicht gutheißen
  • Pausen aushalten, sie können ein Zeichen für Unklarheiten, Angst oder Ratlosigkeit sein
  • Die Gefühle des Partners erkennen und ansprechen
  • Bestätigende kurze Äußerungen
  • Geduld haben und den Sprecher nicht unterbrechen, ausreden lassen
  • Blickkontakt halten
  • Sich durch Vorwürfe und Kritik nicht aus der Ruhe bringen lassen
  • Empathie ausüben und sich innerlich in die Situation des Sprechers versetzen

für Alle, die es noch genauer wissen wollen:

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