Führen Frauen anders – oder: Männer ordnen an, Frauen bitten?

Befragt, welche Eigenschaften sie mit einer Führungskraft verbinden, benennen auch heute noch die meisten von uns: „Dominanz, Selbstsicherheit, Durchsetzungswille und –fähigkeit, Autonomie, Machtstreben….

Alle Studien der letzten 15 Jahren zeigen jedoch: der dominante „Ellenbogen-Chef“ ist ein Auslaufmodell. JR Ewing (Dallas) oder Stromberg haben nur im Film noch Erfolg, in der Realität sind sie ein „no go“.

Gute Führung benötigt Intelligenz, soziale Fähigkeiten, Entschluss – und Überzeugungskraft. Sie müssen gut wirtschaften können, motivierend sein, etwas Fingerspitzengefühl besitzen, sich im Team behaupten können und über strategisches Denken verfügen. Neuere Erhebung in Schweden: teamorientiert, motivierend, auf Intuition bauend und nach Konsens strebend.

Alles Eigenschaften, die nicht geschlechtsspezifisch sind.

Und wieso haben wir dann so wenig „Führungs-Frauen“???

Die Studie „Moments of Truth“ der Unternehmensberatung Bain & Company identifiziert 3 Hauptfaktoren: männlich geprägte Rollenvorstellungen, mangelnde Unterstützung des Vorgesetzten und fehlende Vorbilder….

Was also tun?

 1. Chancen ergreifen

Medienmanagerin Aleksandra Solda-Zaccaro, Mitglied der Geschäftsführung bei Gruner + Jahr: „Ich habe übrigens den Männern abgeguckt, Chancen die sich bieten, ohne Zögern zu ergreifen. Als junge Managerin habe ich ein großes Angebot abgelehnt, weil ich Skrupel hatte, ich könnte die Position womöglich nicht erfüllen. Das würde ich heute anders machen…..Männer sind mutig und tollkühn. Ich kenne keinen Mann, der dieses Angebot abgelehnt hätte. Auch Frauen können das trainieren.“

 

  1. Dinge nicht persönlich nehmen

Frauen sollten lernen, Situationen zu abstrahieren, Sachverhalte anzunehmen und diese nicht auf die eigene Person zu beziehen. Auch hier ein Zitat der Frau Solda-Zaccaro: „Für mich war es schwer zu verstehen, dass Männer sich offen attackieren, anschließend an der Bar zusammen einen trinken oder joggen gehen und nichts nachgetragen wird. Als Frau war ich mal verletzt, zweifelnd, den Grund für eine Auseinandersetzung bei mir suchend und ertappte mich oft, Dinge persönlich zu nehmen.“

 3. Vorgesetzte in die Pflicht nehmen

 „Meine Chefs sind weder ermutigend, noch erkennen sie meine Leidenschaft für die Arbeit an“ Liebe Frauen: fordern Sie die Unterstützung deutlich formuliert ein: wo wollen Sie hin, was braucht es dafür, wobei und wie soll Ihr Chef Sie fördern.“

Männer sprechen klar aus: ich bin jetzt bereit, für den nächsten Karriereschritt – wo soll es hingehen / Ziel

 4. „Männer-Sprache“ lernen

Und… wir Frauen sollten lernen mit Männern zu kommunizieren: „Kommunikation ist, was beim Anderen ankommt“.