Zu hassen, ist eine Entscheidung – nicht mehr zu hassen, ist auch eine Entscheidung!

Kaum ein Wort lesen und hören wir in den letzten Wochen häufiger: HASS

 

Für Flüchtlinge, gegen Fremdenhass: DFB-Elf zeigt Rassisten die Rote Karte

Mit einer Videobotschaft greift die deutsche Fußball-Nationalelf in die Flüchtlings-Debatte ein. Kapitän Bastian Schweinsteiger und seine Kollegen werben in dem Spot für Toleranz, Weltoffenheit, Respekt, Hilfsbereitschaft und Fairplay. Und gegen Gewalt und Fremdenhass.

http://www.n-tv.de/sport/fussball/DFB-Elf-zeigt-Rassisten-die-Rote-Karte-article15847156.html

Aktion im Internet : „Stimmen des Nordens“: Prominente gegen Fremdenhass

In Videobotschaften überbringen Prominente aus dem Norden Statements gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

http://www.shz.de/hamburg/stimmen-des-nordens-prominente-gegen-fremdenhass-id10601676.html

Woher kommt er eigentlich, der Hass?

Welche Hirnbereiche aktiv sind, wenn Menschen leidenschaftlich hassen, entdeckten Semir Zeki und seine Kollegen vom University College London mithilfe der funktionellen Magnetsresonanztomografie (fMRT). Sie machten fMRT-Aufnahmen von 17 Probanden, während diese mitgebrachte Fotos von verhassten Personen ansahen. Der Hass aktivierte zwei Hirnzentren, die auch bei Liebesgefühlen aktiv sind, nämlich das rechte Putamen und die Insula. Ersteres ist bei der Vorbereitung von Bewegungsabläufen wichtig, wie etwa zum Beschützen im Fall der Liebe oder zum Angriff im Fall von Hass. Die Insula ist an der Verarbeitung von Stressstimuli beteiligt, die sowohl beim Hass als auch bei Liebe auftreten können. Der beim Hass aktive frontale Cortex, der Sitz der Urteilsfähigkeit, ist bei der Liebe dagegen ausgeschaltet, berichten die Forscher im Fachjournal »PLoS one« (3, e3556). Auch die Amygdala, die bei Wut, Angst und Aggression eine Rolle spielt, bleibt beim Hass inaktiv.

 

Okay – aber wieso hassen Menschen?

 Hass zählen Philosophen wie Psychologen aber zu den stärksten, leidenschaftlichsten Empfindungen des Menschen – genau wie sein Gegenüber, die Liebe. Hass kennt auch keine Abstufungen, Differenzierungen, Relativierungen: kein Mensch kann mittelmäßig oder ein wenig hassen. Hass bezieht sich immer auf Menschen, menschliche Kollektive, menschliches Denken und Handeln, niemals auf Gegenstände – während man durchaus mit Wut reagiert, wenn Technik nicht wie gewünscht funktioniert.

Hass geht häufig mit der Empfindung von Ohnmacht oder Hilflosigkeit einher. Zu seinen Charakteristika zählt der Wunsch, dem anderen zu schaden oder ihn unschädlich zu machen. Dabei geht es nicht um die (Wieder)Herstellung von Gerechtigkeit im Sinne von Vergeltung, sondern um die Beseitigung des Gehassten.

Kein Mensch hasst ohne Grund, punktuell oder spontan. Auch hierin unterscheiden sich Hass und Wut. Hass entsteht aus persönlichen oder gesellschaftlich vermittelten Erfahrungen oder Wahrnehmungen wie Verletzung, Verachtung, Demütigung oder Zurückweisung, Minderwertigkeit oder Unterlegenheit. Menschen hassen in Folge eines Angriffs auf ihr persönliches Wohl oder aus Angst vor einem solchen Angriff.

Aha, wir lernen also zu hassen: durch das schlechte Beispiel von Menschen, die wichtig für uns sind; als Abwehrmechanismus auf Zurückweisung, Vernachlässigung, auf Gewalt oder Alleingelassen-werden; um Hilflosigkeit oder Verzweiflung zu entkommen oder …

Niemand hat das besser ausgedrückt als Nelson Mandela:

„Niemand kommt auf die Welt und hasst andere wegen ihrer Hautfarbe, ihres Hintergrunds oder ihrer Religion.

Hass wird gelernt: Der Mensch muss erst lernen, zu hassen.

Und wer lernen kann, zu hassen, den kann man auch lehren zu lieben, denn die Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als der Hass.“

Freundschaft-1

Menschen, von denen der Hass Besitz ergriffen hat, wiederum mit Wut zu begegnen, führt nur dazu, dass das Gegenüber abblockt. Damit ist nichts gewonnen.

Wann immer sich die Chance bietet – oft wird das nicht sein, aber jeder Einzelne zählt! – sollten wir versuchen, verschlossene Herzen zu öffnen, Ängste zu nehmen und die verschüttete Empathie, derer jeder Mensch fähig ist, wieder zum Vorschein zu bringen; denn: ein Mensch der Hass gelernt hat, kann sich entscheiden, nicht mehr zu hassen!

Das Lesen dieses Artikels kann zur Entscheidungsfindung beitragen:

http://www.hintergrund.de/201508223637/feuilleton/zeitfragen1/vorboten-einer-neuzeitlichen-voelkerwanderung.html

Denn: das Kentern des Bootes „Erde“ können wir nur gemeinsam verhindern!

Team-1

 

So, das musste mal raus!

Herzlichst, Ihre

Gerhild Klinkow

Neulich beim Mediator – 2

Heute: Die Eröffnung

Das Mediationszimmer ist gut eingerichtet (→ Der Sitzplatz) und in einer Stunde soll die Mediation beginnen. Da nervöse Mandanten gern überpünktlich sind, vergewissere ich mich schon jetzt, dass alles vorbereitet ist: Flipchart mit ausreichend Stiften, Magneten und Papier & Karton steht bereit, der Tisch ist gedeckt, der Kaffee ist rechtzeitig fertig.

Wartestress

Niemand wartet gern – und schon gar nicht in einem Zimmer mit seinem „aktuellen Feind“ – also stelle ich sicher, die Beteiligten unverzüglich nach ihrem Eintreffen in Empfang nehmen zu können.

1. Der Empfang

So ganz sicher nicht:

Tough senior business man with folder, isolated“ Dann kommen Sie mal mit“

Die aufgeklappten Unterlagen, Körperhaltung und Mimik vermitteln hier unmissverständlich: „Ich habe weder Zeit noch Lust auf ein Gespräch mit Dir; Du hast mir sowieso nichts Interessantes zu sagen – also nerv‘ mich nicht“

Ich betrete den Wartebereich lächelnd, begüße die Erschienenen jeweils freundlich mit Handschlag, geleite sie ins Mediationszimmer und biete Tee, Wasser, Kaffee an … kurz: ich empfange sie!

Empfang

 

 

2. Die Eröffnung

 

Die Mediation beginnt mit dem sog. „Eröffnungsstatement“, in dem der Mediator nach einer allgemeinen Begrüßung den Ablauf und die Randbedingungen der Mediation vorstellt.

Für mich eine der wichtigsten Phasen der Mediation, da das Eröffnungsstatement den Ton der gesamten Mediation bestimmen wird. Hier stelle ich den Kontakt zwischen den Beteiligten und dem Mediator her und lege nicht nur den Verfahrensablauf, sondern auch meine Stellung in dem Verfahren und den zukünftigen Umgang miteinander fest … und die Beteiligten gewöhnen sich langsam daran, mit dem ungeliebten Gegner in einem Raum zu sein 🙂

Ein paar Mut-machende Worte zu Beginn können oft Wunder bewirken:

„Ich freue mich, Sie kennen zu lernen – und ich freue mich über Ihre erste übereinstimmende Entscheidung, ein für Sie neues Verfahren auszuprobieren. Es wird für Sie nicht immer ganz einfach sein, aber die Mediation bietet nach meiner Erfahrung eine gute Chance, Ihr Problem zu lösen und in Zukunft wieder miteinander auszukommen.“

Dann sollten ein paar Worte zur eigenen Person folgen: die Beteiligten wollen schließlich wissen, mit wem sie es zu tun haben. Die Beteiligten bitte ich ebenfalls um eine kurze Vorstellung:“Was machen Sie beruflich, sind Sie verheiratet, haben Sie Kinder, was sind Ihre Hobbies…“

Und bevor dann das passiertWork Colleagues arguing on white background

, erläutere ich, wie wir in der Mediation miteinander umgehen.

 

3. Der Umgang miteinander

 

schlichten

Grundsätzlich sollten die Beteiligten sich dahin verständigen,  fair und gerecht miteinander zu verhandeln und die Interessen des anderen Konfliktbeteiligten zu berücksichtigen. Die klassischen „No go’s“ für Konfliktgespräche sollten daher in der Regel vermieden werden:

  • Du-Botschaft „Sie sollten mal…“
  • Verallgemeinerung „Immer müssen Sie…“
  • Bewerten, belehren, befehlen
  • Unterstellungen
  • Ironie, Sarkasmus
  • den Anderen ausfragen

Das heißt aber nun nicht, dass die Beteiligten sich ständig kontrollieren und nur „lieb“ miteinander sein dürfen. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, ein Streitgespräch mal nicht zu unterbrechen:

Die Beteiligten können „Dampf ablassen“, stehen nicht mehr so unter Druck und können konzentrierter zuhören. In so einem Wortgefecht kommen häufig auch genau die Motive und Verletzungen zum Ausdruck, aus denen Lösungsansätze entstehen. Sofern alle Beteiligten noch „auf Augenhöhe“ streiten und aus dem Streit Bewegung entsteht, höre ich zu. Dreht sich der Streit jedoch im Kreis; geht es nur um Anschuldigungen, Verletzen-wollen oder das Zementieren der eigenen Position, greife ich ein.

 

4. Rahmenbedingungen, Vertrag

 

Im Eröffnungsstatement wird weiter über die Rahmenbedingungen der Mediation informiert:

  • Neutralität des Mediators
  • Freiwilligkeit der Mediation
  • Eigenverantwortlichkeit der Medianten
  • Offenheit der Medianten
  • Vertraulichkeit des Informationsaustauschs

 

Anschließend wird ein Mediationsvertrag mit der Einverständniserklärung der Konfliktbeteiligten, eine Regelung mittels Mediation und mit
Unterstützung des Mediators anzustreben, geschlossen, in welchem auch Honorar und Abrechnungsmodalitäten enthalten sind.

Man and woman   signing a business contract after the conclusion of the negotiations

 

Herzlichst, Ihre

Gerhild Klinkow

 

demnächst in Folge 3: und so geht Mediation

 

Kluge Sprüche: Streiten & Debattieren

Gepard1

Streitkultur: So streiten, dass es eine Verständigung gibt und keine Versöhnung braucht.

(Ernst Reinhardt)

 

 

Diskussion will gelernt sein. Zur Diskussion gehört, zuhören zu wollen und zuhören zu können. Zur Diskussion gehört auch, sich in die Auffassungen des anderen hineinversetzen zu wollen, damit man schließlich zum Kern der Sache kommen kann.
(Herbert Wehner)

 

 

Ziel eines Konfliktes oder einer Auseinandersetzung soll nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein

(Joseph Joubert)

 

 

Aus Erfahrungen lernen und nicht verzweifeln; im Streit der Meinungen und Interessen nicht die Auffassungen annehmen und versteinern lassen, als seien die Irrtümer der einen Seite die Rechtfertigung der anderen.
(Herbert Wehner)

 

 

Fairness ist die Kunst, sich in den Haaren zu liegen, ohne die Frisur zu zerstören

(Gerhard Bronner)

 

 

Das war schon Quatsch. Und das hier ist noch viel Quätscher.
(Herbert Wehner zu einem Fernsehreporter)

 

 

Wir sind nicht auf die Welt gekommen, damit wir es gemütlich haben.
(Herbert Wehner)

 

 

Es ist besser, als ein Wolf zu sterben, denn als ein Hund zu leben.
(Herbert Wehner)

 

 

Jedem kann es passieren, dass er einmal Unsinn redet; schlimm wird es erst, wenn es feierlich wird.
(Michel de Montaigne)

 

 

Besser als streiten, wie ein Feuer entstand, ist, es zu löschen.

(Johann Amos Comenius)

 

 

Unerquicklich ist es, mit dir zu streiten, wenn du nur verteidigen willst, was du bist, was du warst und immer zu bleiben gedenkst. Was soll ich streiten, wenn ich nicht hoffen kann, dich zu ändern!
(Karl Gutzkow)

 

 

Schweigen ist Beweisführung mit anderen Mitteln.
(Ernesto “Che” Guevara )

 

 

Ich finde Niemanden, der so häufig recht hätte, wie ich!
(Arno Schmidt)

 

 

Die Weltgeschichte ist auf die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre
(Konrad Adenauer)

 

 

Was einmal gedacht worden ist, kann nicht mehr zurückgenommen werden.
(Friedrich Dürrenmatt)

 

 

Manche Hähne glauben, daß die Sonne ihretwegen aufgeht
(Theodor Fontane)

 

 

Als ein Schauspieler zu pathetisch war: “Was machen sie? Soll ich ihnen ein Orchester bestellen.”
(Fritz Kortner)

 

 

Als ein Schauspieler zu pathetisch war: “Gebrauchen sie ihre normalste Stimme – falls sie sich ihrer noch erinnern.”
(Fritz Kortner)

 

 

Wie nahe steht doch das Erhabene dem Lächerlichen
(Friedrich Nietzsche)

 

 

Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug
(Jean-Paul Satre)

 

 

Jeder Mensch hat das Recht auf schlechte Laune. Man sollte das in die Verfassung aufnehmen.
(George Simenon)

 

 

Wer sich in einer Streitfrage auf die Autorität beruft, gebraucht nicht die Vernunft, sondern eher das Gedächtnis.
(Leonardo da Vinci)

 

 

Man muß nicht an einer Debatte teilnehmen um zu wissen, daß es politische, wirtschaftliche und überflüssige geben kann.
(Willy Brandt)

 

 

Sage nicht alles, was Du weißt. Aber wisse immer, was Du sagst.
(Matthias Claudius)

 

 

Man widerspricht oft einer Meinung, während uns eigentlich nur der Ton missfällt, in dem sie vorgetragen wurde.

(Friedrich Wilhelm Nietzsche)

 

Tipp’s für ein Top-Team

„So richtig gute Teams gibt es doch heute in keinem Unternehmen mehr …“

höre ich in letzter Zeit immer häufiger. Aber was zeichnet denn ein „gutes Team“ aus?

Top-Team

 

Definition Team:

 

T ogether                                                  gemeinsam

E veryone                                                 schafft

A chieves                                                  jeder Einzelne

M ore                                                       mehr

 

15 Spiel-Regeln für ein Top-Team:

 

  1. Unterstützt die Regeln und Ziele der Firma
  2. Sprecht positiv über Eure Kollegen und die Firma
  3. Wenn ein Problem auftaucht, sprecht konstruktiv mit Euren
  4. Kollegen darüber, entwerft verschiedene Lösungswege und
  5. kommt zu einer Vereinbarung
  6. Haltet die Vereinbarung ein
  7. Wenn ein Problem auftaucht, prüft , was im System geändert werden
  8. muss, bevor ihr jemanden beschuldigt
  9. Zeigt Siegeswillen und erlaubt, dass die Anderen auch gewinnen
  10. Strebt nach der kontinuierlichen Verbesserung
  11. Unternehmt alles Mögliche, um die Ziele zu erreichen
  12. Unternehmt alles Mögliche, um Eure Team-Mitglieder zu unterstützen
  13. Haltet Eure Termine ein (Pünktlichkeit)
  14. Lasst keinen Kollegen im Stich, der Hilfe braucht
  15. Helft rechtzeitig, oft und ohne Bedingungen zu stellen
  16. Seid effektiv (wirksam) und effizient (mehr mit weniger)
  17. Haltet Eure Zusagen ohne Ausreden ein
  18. Seid offen für neue Ideen und seht, wie Ihr sie umsetzen könnt

 

Sichern Sie’s ab mit Ritualen:

Weil: Einzelne ändern sich, aber Teams halten zusammen …

Ein in meinen Augen geniales Ritual: WIFLE

Das WIFLE ist ein leistungsfähiges Werkzeug bei der Zusammenstellung eines Teams, das Ihre Ideen in Ihrem Unternehmen durchsetzt.

WIFLE bedeutet ‚What I Feel Like Expressing‘ – ‘Was ich gerne zum Ausdruck bringen möchte’ – und erlaubt allen Teammitgliedern, ihre Gefühle zu äußern – in beruflicher wie auch persönlicher Hinsicht. Zu oft geht man von der Annahme aus, dass die Menschen alles zu Hause zurücklassen, wenn sie zur Arbeit kommen, doch in Wirklichkeit können gerade diese Gefühle, die nicht ausgedrückt oder die gar unterdrückt werden, ihre Leistung im Team beeinträchtigen.

 

WIFLE-Sitzungen sollten wirklich regelmäßig abgehalten werden, je nach Ihrer persönlichen Betriebsstruktur mindestens einmal wöchentlich, aber möglicherweise sogar täglich. Zum Beispiel kann es eine gute Idee sein, ein Treffen gleich Montag morgens mit entsprechender Zielvereinbarung und ein weiteres am Ende der Woche mit Rückblick auf die Woche zu vereinbaren.

 

Und die Regeln für WIFLE sind …

Sitzen Sie in einem Kreis.

Beginnen Sie mit der Person, die neben Ihnen sitzt, und fragen Sie diese ganz einfach “Was möchten Sie gern ausdrücken?”

Diese Person darf alles sagen, was sie oder er fühlt – ohne Unterbrechung, das ist sehr wichtig.

Auch non-verbale Reaktionen (sowohl zustimmender als auch ablehnender Art) sollten möglichst unterbunden sein.

Sie verschwenden Ihre Zeit, wenn sich nicht alle Personen sicher fühlen, dass sie wirklich ihre Gefühle äußern können.

Die Person, die gesprochen hat, schließt mit den Worten, „Das ist, was ich zum Ausdruck bringen wollte, „Danke“, und fragt dann die nächste danebensitzende Person „Herr / Frau … was möchten Sie/Du gerne zum Ausdruck bringen?“

Nachdem jeder seine Gefühle zum Ausdruck gebracht hat (und wirklich nur dann), können Sie fragen, ob irgendjemand “Verbrennungen” erlitten hat. Eine Verbrennung besteht darin, dass jemand, der sich missverstanden oder schlecht behandelt fühlt, sich in diesem Fall mit den anderen Teilnehmern auseinandersetzt – d. h. sich entweder entschuldigt oder erklärt, was wirklich passiert ist.

 

Wenn diese Sitzungen richtig durchgeführt werden, werden Sie bald feststellen, dass Ihre Teams viel besser zusammenhalten, sich auf persönlichere Weise begegnen und sich nicht nur als Arbeitskollegen verstehen.

Wichtig ist es, dass jeder wissen muss, dass Beschwerden kein persönlicher Angriff sind, sondern sich auf Verhalten richten. Das ist wesentlich, damit alle sich sicher fühlen, dass sie Kritik am System äußern, und damit Verbesserungen wie auch Fortschritt erreicht werden können.

Sie können auch andere Varianten versuchen wie z. B. Hoch und Tiefs. Dabei können die Teammitglieder ihre Hochs und Tiefs während einer WIFLE-Woche zum Ausdruck bringen.

Und vergessen Sie vor allem nicht, dass eine offene, ehrliche Kommunikation den ersten Schritt in der Schaffung eines Top-Teams bedeutet.

 

Herzlichst, Ihre

Gerhild Klinkow

Vor dem Reden steht das Zuhören

Sir Richard Branson, britischer Unternehmer (Virgin Group) und Ballonfahrer stellte kürzlich auf seiner Homepage seine Top 10-Zitate zum Thema Kommunikation vor (http://www.virgin.com/richard-branson/my-top-10-quotes-on-communication); darunter Bernard Baruch (https://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Baruch):

“Most of the successful people I’ve known are the ones who do more listening than talking.” (Die Mehrzahl der erfolgreichen Menschen, die ich kenne, gehören zu denen, die mehr zuhören als reden.)

oder:

Dumbo

Die Natur hat uns nur einen Mund, aber zwei Ohren gegeben, was darauf hindeutet, daß wir weniger sprechen und mehr zuhören sollten.

(Zenon der Ältere, griechischer Philosoph, (um 490 – 430 v. Chr.)

Das Problem ist: Zuhören ist gar nicht so einfach!

Irrtümer über das Zuhören:

  • Zuhören sei vor allem eine Sache der Intelligenz
    Mit Hilfe wissenschaftlicher Untersuchungen konnte diese These nicht bestätigt werden. Allerdings wurde festgestellt, dass sehr aktive und einsatzfreudige Menschen auf Grund ihrer intensiven Zielstrebigkeit häufig die schlechteren Zuhörer sind.
  • Zuhören sei eng mit dem Hörvermögen verbunden
    Nur bei erheblichem Verlust des Hörvermögens wird die Fähigkeit des Zuhörens stark beeinträchtigt. Hiervon betroffen sind in der Regel jedoch nur Menschen mit alters- oder krankheitsbedingten physischen und/oder psychischen Defekten im Hörapparat.
  • Tägliches Zuhören ersetze das Üben
    Obwohl das Zuhören für beinahe jeden Menschen normal ist, wird die durchschnittliche Zuhörleistung nur mit etwa 25 Prozent beziffert. Diese kann auch durch vermehrtes Zuhören nicht signifikant verbessert werden, wenn nicht gleichzeitig die dahinter stehenden Kommunikationsgewohnheiten grundsätzlich geändert werden.
  • Lesen zu lernen sei wichtiger als Zuhören zu lernen
    Der Mensch nimmt auditiv etwa drei mal so viel Informationen auf wie per Schrift. Da der menschliche Hörapparat an sich im Gegensatz zum Auge zudem in der Lage ist, ohne Ermüdung ununterbrochen Signale aufzunehmen und weiterzuleiten, vertieft die pädagogische Betonung des geschriebenen Wortes den falschen Kanal.
  • Gutes Zuhören sei eine Sache des Willens
    Willenskraft ist für Empathie und Verständnis nicht elementar erforderlich. Die willentliche und bewusste Auseinandersetzung mit dem Gegenüber weist vielmehr einen starken Zusammenhang mit Freundlichkeit und innerer Zuwendung auf.
  • Zuhören sei passiv und erfordere weder Geschick noch Anstrengung
    Das Gelingen einer guten Kommunikation hängt nach Prof. Lyman K. Steil zu 51 Prozent vom Zuhörer ab. Wird unter Zuhören nicht nur die rein akustische Aufnahme der Botschaft verstanden, sondern auch das inhaltliche Erfassen, wird deutlich, dass das Zuhören ein ebenso aktiver Prozess ist wie der des Sprechens.

 

Ohren    Leitlinien für aktives Zuhören (nach Rogers)

 

  • Sich auf das Gegenüber einlassen, konzentrieren und dies durch die eigene Körperhaltung ausdrücken
  • Mit der eigenen Meinung zurückhaltend umgehen
  • Nachfragen bei Unklarheiten
  • Zuhören heißt nicht gutheißen
  • Pausen aushalten, sie können ein Zeichen für Unklarheiten, Angst oder Ratlosigkeit sein
  • Die Gefühle des Partners erkennen und ansprechen
  • Bestätigende kurze Äußerungen
  • Geduld haben und den Sprecher nicht unterbrechen, ausreden lassen
  • Blickkontakt halten
  • Sich durch Vorwürfe und Kritik nicht aus der Ruhe bringen lassen
  • Empathie ausüben und sich innerlich in die Situation des Sprechers versetzen

für Alle, die es noch genauer wissen wollen: Weiterlesen

Neulich beim Mediator – Folge 1

Heute: die Sitzordnung, oder: bin ich hier richtig?

Der erste Eindruck zählt – auch in der Mediation. WIE miteinander gesprochen wird, entscheidet sich bereits vor dem ersten Wort:

1. Die Atmosphäre

Mediation braucht einen geschützten Raum mit einer freundlichen Atmospäre. Durchgangszimmer sind daher ebenso ein No-Go wie „Glaskäfige“. Klare und eher runde Formen sowie ruhige neutrale Farben unterstützen die notwendige Öffnung der Parteien.  Die Zimmergröße ist nicht entscheidend, jedoch muss ausreichend Platz vorhanden sein, die notwendige Distanz zueinander zu wahren: Egal, wie die Beteiligten früher einmal zueinander gestanden haben (Ehegatten), in der Mediation ist die persönliche Distanz von 60 – 120 Zentimeter einzuhalten, damit niemand sich bedrängt fühlt.

2. Der Sitzplatz

 

Ob ohne Tisch…

Gespräch-1

oder klassisch am Besprechungstisch, ist Geschmackssache. Ich bevorzuge die Besprechung am Tisch: zum einen braucht man in jeder Mediation irgendwann Platz für Unterlagen, Papier zum (Mit-)Schreiben … und außerdem handelt es sich um eine zielgerichtete Arbeit und nicht um ein gemütliches Beisammen-Sein!

Frontal gegenübersitzen lähmt!
Setzt man die Parteien an einen klassischen rechteckigen/quadratischen Besprechungstisch einander gegenüber, bringt man sie „in Konfrontation“ und irgendwann passiert das:

Quarrel

Ein klassisches No-Go ist zudem, die Beteiligten vor einem Schreibtisch sitzen zu lassen. Diese Position impliziert von Anfang an eine herablassende Haltung und einen klaren hierarchischen Unterschied zwischen den Personen – für die, die vor dem Schreibtisch sitzen, eine emotional anstrengende Position, in der sie sich zu einem Zusammenhalt gezwungen sehen, den sie gar nicht haben, und für den dahinter einen künstlichen Schutz.

Ideal ist stattdessen ein Winkel zwischen 30 und 60 Grad zueinander. So lässt sich die Gesprächsdistanz im Verlauf etwas variieren. Die Beteiligten fühlen sich weniger frontal miteinander konfrontiert, entspannen sich deshalb mehr und wirken dadurch authentischer und überzeugender.

Der optimale Platz für konstruktive Gespräche „auf Augenhöhe“ ist tatsächlich ein runder Tisch – ganz genau wie bei König Artus und seinen Rittern.:

Table ronde

oder – mein Favorite für eine Mediation mit 2 Beteiligten:

Konferenztisch - 3eckig-2

Wenn dann an jedem Platz bereits eine (hier kommt die Frau: hübsche) Tasse auf den Kaffee wartet; in der Tischmitte ein paar kleine Flaschen Wasser, ausreichend Gläser, eine Kanne Kaffee nebst Milch & Zucker stehen, steht einem guten Auftakt nichts mehr im Wege!

Fortsetzung folgt: Die Eröffnung

 

Mediation – in Zitaten

Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.
Karl Jaspers (1883-1969), dt. Philosoph

Aus vielen Worten entspringt ebensoviel Gelegenheit zum Missverständnis.
William James (1842-1910), amerik. Philosoph

In einer Fünftelssekunde kannst du eine Botschaft rund um die Welt senden. Aber es kann Jahre dauern, bis sie von der Aussenseite eines Menschenschädels nach innen dringt.
Charles F. Kettering (1876-1958), amerik. Industrieller

Es ist Unsinn, Türen zuzuschlagen, wenn man sie angelehnt lassen kann.
J. William Fulbright (1905-1995), amerik. Politiker

Wer was gelten will, muss andere gelten lassen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

Streit ist der Vater des Fortschritts.
Kurt H. Biedenkopf (*1930), dt. Politiker

Streitende sollten wissen, dass nie einer ganz recht hat und der andere ganz unrecht.
Kurt Tucholsky (1890-1935), dt. Schriftsteller

Anerkennung ist ein wundersam Ding: sie bewirkt, dass das, was an anderen hervorragend ist, auch zu uns gehört.
Voltaire (1694-1778), frz. Philosoph und Schriftsteller

Wer a sagt, der muss nicht b sagen. Er kann auch erkennen, dass a falsch war.
Bertolt Brecht (1898-1956), dt. Dramatiker u. Dichter

Das echte Gespräch bedeutet: aus dem Ich heraustreten und an die Tür des Du klopfen.
Albert Camus (1913-1960),frz. Erzähler u. Dramatiker

Am besten überzeugt man mit den Ohren – indem man anderen zuhört.
Dean Rusk (1909-94), amerik. Politiker

Führen Frauen anders – oder: Männer ordnen an, Frauen bitten?

Befragt, welche Eigenschaften sie mit einer Führungskraft verbinden, benennen auch heute noch die meisten von uns: „Dominanz, Selbstsicherheit, Durchsetzungswille und –fähigkeit, Autonomie, Machtstreben….

Alle Studien der letzten 15 Jahren zeigen jedoch: der dominante „Ellenbogen-Chef“ ist ein Auslaufmodell. JR Ewing (Dallas) oder Stromberg haben nur im Film noch Erfolg, in der Realität sind sie ein „no go“.

Gute Führung benötigt Intelligenz, soziale Fähigkeiten, Entschluss – und Überzeugungskraft. Sie müssen gut wirtschaften können, motivierend sein, etwas Fingerspitzengefühl besitzen, sich im Team behaupten können und über strategisches Denken verfügen. Neuere Erhebung in Schweden: teamorientiert, motivierend, auf Intuition bauend und nach Konsens strebend.

Alles Eigenschaften, die nicht geschlechtsspezifisch sind.

Und wieso haben wir dann so wenig „Führungs-Frauen“???

Die Studie „Moments of Truth“ der Unternehmensberatung Bain & Company identifiziert 3 Hauptfaktoren: männlich geprägte Rollenvorstellungen, mangelnde Unterstützung des Vorgesetzten und fehlende Vorbilder….

Was also tun?

 1. Chancen ergreifen

Medienmanagerin Aleksandra Solda-Zaccaro, Mitglied der Geschäftsführung bei Gruner + Jahr: „Ich habe übrigens den Männern abgeguckt, Chancen die sich bieten, ohne Zögern zu ergreifen. Als junge Managerin habe ich ein großes Angebot abgelehnt, weil ich Skrupel hatte, ich könnte die Position womöglich nicht erfüllen. Das würde ich heute anders machen…..Männer sind mutig und tollkühn. Ich kenne keinen Mann, der dieses Angebot abgelehnt hätte. Auch Frauen können das trainieren.“

 

  1. Dinge nicht persönlich nehmen

Frauen sollten lernen, Situationen zu abstrahieren, Sachverhalte anzunehmen und diese nicht auf die eigene Person zu beziehen. Auch hier ein Zitat der Frau Solda-Zaccaro: „Für mich war es schwer zu verstehen, dass Männer sich offen attackieren, anschließend an der Bar zusammen einen trinken oder joggen gehen und nichts nachgetragen wird. Als Frau war ich mal verletzt, zweifelnd, den Grund für eine Auseinandersetzung bei mir suchend und ertappte mich oft, Dinge persönlich zu nehmen.“

 3. Vorgesetzte in die Pflicht nehmen

 „Meine Chefs sind weder ermutigend, noch erkennen sie meine Leidenschaft für die Arbeit an“ Liebe Frauen: fordern Sie die Unterstützung deutlich formuliert ein: wo wollen Sie hin, was braucht es dafür, wobei und wie soll Ihr Chef Sie fördern.“

Männer sprechen klar aus: ich bin jetzt bereit, für den nächsten Karriereschritt – wo soll es hingehen / Ziel

 4. „Männer-Sprache“ lernen

Und… wir Frauen sollten lernen mit Männern zu kommunizieren: „Kommunikation ist, was beim Anderen ankommt“.